Thema: Kastrations- und Kennzeichnungspflicht für freilaufende Katzen in Osnabrück.

19.06.2012
Offener Brief der heute in meinen Verteiler gegangen ist.

Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Tierfreunde und Tierschützer,also, nach dem in der letzten Woche der Ausschuss für „Feuerwehr und Ordnung“ in Osnabrück dem Antrag auf Erlass einer Kastrations- und Kennzeichnungspflicht teilweise ablehnend gegenüber stand, haben wir (im Grunde 2 bzw. 3 Personen) eine Informationskampagne gestartet. Ziel war, durch umfassende Information, aber auch Öffentlichkeitsarbeit die Fraktionen zu einem Umdenken zu bewegen.
Es waren eine Vielzahl von Mails und Telefongesprächen notwendig um die Politiker zu überzeugen. Dabei standen sachliche Informationen im Vordergrund. 

Letztendlich ist es uns gelungen!
Nach 2 Stunden Ratssitzung kam endlich unser Thema auf den Tisch.
Die Entscheidung über eine Kastrationspflicht fiel dann innerhalb weniger Minuten.

Beschlossen wurde folgendes:

  1. Es wurden ( einstimmig) Gelder bewilligt für eine Informationskampagne der Kommune
  2. Es wurde (einstimmig) eine Kastrations- Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht erlassen mit unten stehendem Wortlaut
  3. Es wurde (mehrheitlich) eine finanzielle Unterstützung für die Kastration von Straßen/Streunerkatzen bewilligt

 Das ganze tritt zum 01.08.2012 in Kraft.
Mein ganz besonderer Dank gilt hier zunächst Herrn Dr. Lang vom Veterinärdienst Paderborn, der immer ein kompetenter Ansprechpartner für mich war. Es gehört zweifellos nicht zu seinen Aufgaben, Tierschützer oder andere Kommunen zu beraten.Vielen Dank Herr Dr. Lang.Ein großes Dankeschön an die Verwaltung in Osnabrück. Dort wurde wirklich umfangreich recherchiert. Es wurde eine sehr gute Vorlage geschaffen, die dann in weiten Teilen auch eine Mehrheit gefunden hat.Dann gilt mein Dank den Politikern, die bereit waren sich für die Sache einzusetzen, gegebenenfalls Fehleinschätzungen zu revidieren und auch öffentlich zu äußern.
Hier sei besonders die FDP genannt die als erste ein Ohr für die Tierschützer hatten und die erste Vorlage eingereicht haben. Aber auch die anderen Fraktionen deren Mitglieder uns angehört und dann ihre Entscheidungen getroffen haben.
Ein großes Dankeschön gilt auch der Stiftung 4 Pfoten aus Hamburg die sich schon im Vorfeld für eine Kastrationspflicht eingesetzt und ihre Zusammenarbeit angeboten haben. In diesem Zusamenhang sei auch Tasso und der Bund gegen den Mißbrauch der Tiere genannt, die gemeinsam mit 4 Pfoten das Bündnis "Pro Katze" ins Leben gerufen haben. Danke für die Unterstützung.
Und dann gilt mein Dank den Mitstreitern, die einen Großteil Ihrer Freizeit geopfert haben um in Sinne einer Kastrationspflicht zu agieren.
Ich denke, jeder einzelne, ob Tierschützer, Verwaltung oder sonstige weiß um die Arbeit und seinen eigenen Einsatz.

Mit tierschützerischem Gruß
Michael Muris
www.tierschutz.net


Hier der komplette Text der Verordnung:
Link 

Ergänzung vom 20.06.2012: Alle bisher politischen Gegner einer Kastrationspflicht haben bewiesen, das sie nicht beratungsresistent sind. Sie haben die Größe bewiesen, ihre Einstellung zu revidieren und auch öffentlich zu begründen, warum sie Ihre Meinung geändert haben.
 
15.06.2012 Wie ich heute wieder erlebt habe, führen uns diejenigen, die eigentlich für uns Bürger da sein sollten, nämlich die Parteien, immer mit juristischen Spitzfindigkeiten in die Irre.
Sie schicken mit Vorliebe Juristen vor, die uns dann erklären, warum denn nun etwas gerade mal nicht geht. Aber wer Juristen kennt weiss auch, 3 Anwälte= 5 verschiedene Meinungen.
Dagegen können wir Tierschützer nicht anstinken. Unsere einzige Möglichkeit ist Öffentlichkeit.
Augenscheinlich können einige Politiker auch nicht lesen. Darum hier auch noch einmal der Hinweis: Diese Seite ist PRIVAT. Die Tatsache, das ich für verschiedene Verbände u.a. im Bereich Öffentlichkeitsarbeit tätig bin, erlaubt keinen Rückschluß auf die Inhalte dieser Seite. Das trenne ich sehr deutlich. Auch die Tatsache das hinter mir viele private Tierschützer stehen besagt in diesem Fall nichts. Jeder Verband und jeder private Bürger hat seine Meinungen.Die hier geäußerten Beiträge entsprechen meiner Meinung.

14.06.2012 Hintergrund: Mitte 2011 wurde ein Antrag beim Rat der Stadt Osnabrück auf Erlass einer Verordnung gestellt, mit der Absicht, der Überpopulation der Katzen Grenzen zu setzen.

Hauptbestandteil war die Einführung einer Kastrationspflicht für Katzen mit Auslauf ins Freie. Zur Entscheidungsfindung wurde der Ausschuß für "Feuerwehr und Ordnung" eingeschaltet. Dieser beauftragte die Verwaltung Informationen im Hinblick auf eine solche Verordnung zu sammeln.

Am 13.06.2012 fand eine öffentliche Ausschusssitzung statt. Die Verwaltung hatte den Ausschussmitgliedern umfangreiche Informationen zur Verfügung gestellt.

Obwohl der grundsätzliche Handlungsbedarf gesehen wurde, ist gerade der oben genannte Hauptbestandteil mehrheitlich abgelehnt worden.
Verantwortlich für die Ablehnung waren unverständlicherweise die Stimmen der SPD und der Grünen. Ganz besonders enttäuscht sind wir hier über die Haltung der Grünen.

Wir danken allerdings den Fraktionen der CDU und FDP für Ihren Einsatz in Sachen Tierschutz. Diese Parteien haben augenscheinlich verstanden worum es geht!

Und das ist auch gelebte Bürgernähe. Nach unseren Erfahrungen ist eine sehr deutliche Mehrheit der Bürger für eine Kastrationspflicht von Katzen. Und das sind beileibe nicht nur Katzenhalter, sondern in hohem Maße auch Bürger, die sich durch die Überpopulation der Katzen gestört fühlen. Alleine die ca. 16.000 Katzenhalter der Stadt sind auch Wähler.
Nur ein ganz geringer Teil der Katzenhalter, vermutlich im Promillebereich zeigt sich uneinsichtig, ist aber verantwortlich für die ausufernden Probleme mit den Streunerkolonien.

Die Einstellung der anderen Ratsmitglieder von Linken, Piraten und UWG ist uns aktuell nicht bekannt. Allerdings gibt es von der Piraten Partei eine klare Aussage.
Siehe hier http://wiki.piratenpartei.de/NDS:Hannover/ThemenTeam/Thema:_Kastrationspflicht_f%C3%BCr_freilaufene_Katzen

In der letzten Zeit haben Tierschutzvereine der Region und private Tierschützer vereinbart, im Fall der Einführung einer Kastrationspflicht ihre Kräfte zu bündeln und gemeinsam dem Elend der Katzen im Raum Osnabrück zu begegnen. Aufgrund der aus der Ablehnung resultierenden Enttäuschung haben die meisten ehrenamtlichen Tierschützer ihre angebotene Hilfe für eine umfassende Kastrationsaktion in Osnabrück zurückgezogen.

Die endgültige Entscheidung trifft der Rat am Dienstag den 19.06.2011 um 17 Uhr im Rathaus der Stadt Osnabrück. Die Sitzung ist öffentlich. Dort kann jeder Bürger zusehen, wer von den gewählten Ratsmitgliedern sich hier gegen die einzig langfristig Erfolg versprechende Lösung ausspricht. Es wurden zwar Gelder befürwortet, um die Kastration von Straßenkatzen zu fördern.

Das löst aber das Problem nicht. Eine einmalige groß angelegte Kastrationsaktion ohne Kastrations- und Kennzeichnungspflicht ist absurd. Eine Verordnung sollte genau die Klientel treffen, die verantwortlich für das immer neue Aufflackern von Katzenkolonien sind. Eine Kastrationspflicht ist die einzige Möglichkeit, die Ursache der bestehenden und zukünftigen Streunerkolonien zu beheben. Alles andere ist nur eine Bekämpfung der Symptome.

Im übrigen, zum jetzigen Zeitpunkt gibt es eine solche Verordnung in 86 Kommunen, darunter u.a.Bremen und Bonn. Siehe hier http://goo.gl/maps/BR3h
Wie groß das öffentliche Interesse an einer solchen Verordnung ist, zeigt sich sicher auch darin, das diese Seite inzwischen nahezu 20000 Mal aufgerufen wurde, und das obwohl sie nahezu überhaupt nicht beworben wird.

Wer sich grundsätzlich in das Thema einarbeiten möchte beachte bitte meine Seite mit den Downloads  http://tierschutz.net/katzen/download


   
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